Vorstellungsrede Carolin Braun

Ich bewerbe mich um das Amt des Bürgermeisters in Dietfurt.

Nicht, weil ich ein Parteibuch der Mehrheitspartei habe
Nicht, weil ich berufliche Ambitionen auf einen gut bezahlten Job habe,

SONDERN weil ich
Für unsere Stadt und die Dörfer Positives bewirken will.

Dazu bringe ich viel Erfahrung in der Kommunalpolitik mit:
12 Jahre Stadtrat,
12 Jahre Kreisrat, davon 6 Jahre als stellvertretende Landrätin.

Ich weiß sehr genau, wie die Arbeit als Bürgermeister aussieht.
Für mich sind weder die Abendtermine, noch die am Wochenende neu, noch die Gespräche mit den BürgerInnen oder den Behördenvertretern.
Gute Beziehungen zu den Nachbargemeinden sind eine Selbstverständlichkeit, sowohl im Landkreis, wo überall eine hervorragende Kollegialität herrscht, noch in den Altmühljuragemeinden.

Und ich bringe noch eines mit: Leidenschaft für die Kommunalpolitik und Freude an der Arbeit mit Menschen.

Das sind die allgemeinen Voraussetzungen, die aber auch sehr wichtig sind.

Wir haben jetzt dann die Aufgabe vor uns, die BürgerInnen zu überzeugen, dass sie mit mir die richtige Wahl treffen.

Dazu möchte ich einige Dinge klarstellen.

Franz Stephan hat mit seiner Arbeit als Bürgermeister unseren Respekt verdient und gute Arbeit geleistet.
Es gibt viele Dinge, die ich gerne und aus Überzeugung weiterführen werde, und einige Dinge, die ich nicht leisten werde.
Ich sage das gleich zu Beginn, damit die WählerInnen wissen, wen und was sie wählen.

Ich werde keinen Winterdienst fahren – und ich werde die Lampen an den Laternen nicht selber austauschen. Das kann ich nämlich nicht. ;-)

Weiterführen werde ich mit Sicherheit die sparsame Haushaltsführung der letzten Jahre.
Die Dietfurter und übrigens auch alle anderen Staatsbürger verdienen es, dass mit den Steuergeldern sorgsam umgegangen wird. Die Einstellung: „es gibt Fördergelder“ kann nicht Begründung sein, Maßnahmen ungeprüft und unbedacht durchzuführen. Ich werde mich dafür einsetzen, die Schulden weiter konsequent abzubauen, und lieber vorsichtig zu investieren, möglicherweise Rücklagen zu schaffen, um eine weitere Neuverschuldung zu umgehen.

Im Gegenteil, ich werde besser als bisher die Kosten der einzelnen Investionsmaßnahmen vorher transparent machen.
Das ist für mich und meine beiden Kollegen im Stadtrat ein wichtiger Punkt.
Damit meine ich, dass bei jeder Investition zwar die Baukosten bekannt gemacht werden, aber bislang keine Folgekosten oder Sekundärkosten berücksichtigt wurden.
Beispiel: Klostergasse 5: Die Investitionskosten sind bekannt.
Dennoch: eine öffentliche Nutzung ohne barrierefreien Zugang ist unsinnig. Kosten eines Lifts müssen ermittelt werden.
Die Kosten für den Umzug der Bücherei müssen errechnet werden.
Die Umbaukosten für räumliche Veränderungen im Rathaus müssen ermittelt werden – und nicht zuletzt müssen auch die laufenden Folgekosten für das neue Gebäude errechnet werden.
Nur wenn wir in Zukunft alle Projekte auf diese Art auf alle versteckten Kosten abchecken, werden wir eine gute, zukunftsorientierte Politik machen können.
Lieber dauern unsere Entscheidungen mal einige Monate länger, sind dafür aber nachhaltig und sinnvoll – und vor allem auch finanzierbar.

Das sind keine Bagatellen, sondern müssen den Stadträten transparent VOR der Entscheidung vorliegen.

Weil wir gerade bei den Stadträten sind: Es wird mit mir als Bürgermeisterin mit Sicherheit in Zukunft endlich moderierte, mehrtägige Klausurtagungen geben.
Denn es reicht nicht aus, bei 10 oder 11 Sitzungen so mal „nebenbei“ das Tagesgeschäft der Kommunalpolitik zu erledigen. Das ist jeweils wichtig und selbstverständliche Aufgabe des Stadtrats, aber es reicht eben nicht aus!

Wir brauchen Ziele für Dietfurt, die über das hinausgehen.
Wir müssen entscheiden, wo wir Dietfurt und die Ortsteile in 10 oder 15 Jahren sehen.
• Wir brauchen Lösungen und Ideen für Themen wie die Zukunft unserer Schule – gibt es auch bei uns Bedarf für bessere Ganztagsangebote an der Schule?
• die Bevölkerungsentwicklung – wie versorgen wir unsere Bürger, die ja auch immer älter werden? – Wie schaffen wir die Mobilität der Älteren zu organisieren? Wie schaffen wir neue Wohnformen für Senioren? - wie bleiben wir für die jungen Leute attraktiv und wie bieten wir den jungen Familien Möglichkeiten, hier in Dietfurt zu bleiben? – Infrastruktur im Bereich Gesundheit, Vereine
• wie entwickeln wir die Situation der Firmen weiter, und sorgen für gute Arbeitsplätze vor Ort
• Wie entwickeln wir den Tourismus als Wirtschaftszweig weiter?
• Wie schaffen wir die Grundlage einer Hochwasserfreilegung für die weitere Entwicklung der Stadt
• Wie entwickeln wir den Rufbus weiter, damit die Ortsteile eine sinnvolle Anbindung nach Dietfurt und umliegende Orte bekommen?
• Die Weiterführung von nachhaltigen Energieversorgungskonzepten – die ständig steigenden Energiekosten müssen gesenkt werden.
• Dorfentwicklungkonzepte weiterführen.
• Und eine Prioritätenliste für Großprojekte erstellen.

Das alles sind einige der Themen, über die wir reden müssen.

Ich habe gelernt, dass es immer besser ist, zu agieren, mit klaren Zielen vor Augen, als dann schnell Re-agieren zu müssen, wenn ein Problem auftaucht.
So soll die Arbeit im Stadtrat auch gestaltet werden.

Dabei soll das bislang gute Verhältnis zu den anderen Fraktionen möglichst noch verbessert werden.

Ich werde keine Bürgermeisterin für eine Partei sein, sondern für Alle.
Wir können es uns nicht leisten, Ideen und Meinungen aus parteitaktischen Gründen nicht aufzugreifen.
Es geht um Dietfurt, nicht um Eitelkeiten oder Parteipolitik.
Dazu brauchen wir ein Team aus allen Gruppierungen im Stadtrat. Und ich werde mich dafür einsetzen, dass jede Partei auch mit einem Bürgermeister vertreten ist. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit!

Das wird auch wesentlich dazu beitragen ein weiteres grundlegendes Prinzip zu verbessern, das mir sehr wichtig ist: Transparente, ehrliche und nachvollziehbare Informationspolitik. Den Stadträten gegenüber, und auch den Bürgern gegenüber!

Das war jetzt mal in Kürze das Wichtigste.

Zusammen mit den KandidatInnen der SPD werden wir im neuen Jahr rausgehen und in vielen Gesprächen anbieten, uns näher kennen zu lernen, uns Fragen zu stellen.
Wir werden bis dahin auch eine Klausur gehalten haben, um uns noch genauer mit den Zielen für Dietfurt und die Dörfer im Detail zu beschäftigen.

 

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